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Erinnerungen Axel

Ich kann mich auch noch an eine Stunde erinnern, wo wir Scherenschnitte hergestellt haben. Ich saß am Fenster,  wo die Treppe nach unten in die Leichenhalle ging.  Ein Arzt ging die Treppe runter, eine Tasche in der Hand. Ich wusste, dass  nun da unten jemand aufgeschnitten wurde. Da sollte ich mich auf irgend etwas konzentrieren? Meine Gedanken waren ganz woanders. Ich war etwa 3 Jahre vorher in der Klinik  zu einer „Narbenkorrektur“ und habe miterlebt, wie dort ein Junge starb. Meine HĂ€nde waren klatschnass. Nun kann sich sicher jeder  vorstellen,  wie das Samtpapier aussah:  wunderschön glĂ€nzend. Was glaubt ihr, wie es weiter ging? Richtig ! Erst wieder die  ĂŒblichen Beschimpfungen von Seiten Frau Steiniger, und dann noch  einen mit dem KrĂŒckstock ĂŒbers  Kreuz, damit ich es beim nĂ€chsten Mal besser mache.

Meine Erinnerungen an Volmarstein
Meine Mutter hatte es sicherlich nicht einfach mit uns vieren, denn wir „lebten“, mit vielen Streichen im Kopf. Eines Tages,  wir hatten sicherlich wieder was „ausgefressen“, und einer hatte sich ĂŒber uns beschwert, stand sie vor uns  und schrie fĂŒrchterlich auf uns ein, nahm ein Messer und rief:  „Ich kann nicht mehr!“ .Wir riefen „Mutti !“ Da kam ihr wohl zu Bewußtsein, was sie da vor hatte und legte das Messer weg.

Es folgten immer mehr Beschwerden, so dass sich der Vormund entschloss, mich in ein Heim zu geben, damit ich besser versorgt wĂŒrde. So kam ich 1956 nach Volmarstein, ins Johanna-Helenen-Heim. Es ist schwer, von den Geschwistern und  der Mutter weg zu mĂŒssen;  ein kleiner Trost war, dass hier viele Kinder waren, auch behinderte.

Es begann in den nĂ€chsten Tagen fĂŒr mich, der zu Hause nach der Schule raus konnte  zum Spielen in den nahe gelegenen Wald, eine schwere Zeit. Hier war ĂŒberwiegend Ganztagsschule,  so dass kaum eine Freizeit (sehr selten draußen) fĂŒr uns zum Spielen  zur VerfĂŒgung stand.

In der Schule wurde ich immer schlechter. Lag es an mir, an der Beurteilung der Lehrkörper? Ich kann es heute nicht sagen. Was ich weiß, ist, dass ich ganz einfach immer  Angst hatte, wenn ich in den Klassenraum musste. Das schlimmste war der Unterricht bei Frau Steiniger, gefolgt von Frau Severin. Bei Frau Schumann konnte man es ertragen. Ich muss sagen, dass Frau Steiniger eine talentierte und vielseitige  Lehrerin war. Sie hatte nur einige Lieblinge,  die bei Ihr eine gute Zeit hatten.

Handwerken  hatten wir, ich glaube donnerstags, im Keller. Zu dieser Zeit sollten wir 3  Transparent-Bilder (Motive  aus der  Bibel) fĂŒr unsere Kirche aus Sperrholz aussĂ€gen. Es waren, wie ein Puzzle, einzelne StĂŒcke, die dann spĂ€ter  zusammengefĂŒgt wurden. Ich kann sagen, dass ich mich sehr gerne  handwerklich beschĂ€ftigt habe. Doch in diesem Unterricht â€žWerken“  machte ich die Hölle durch! Wenn ich zum Unterricht musste, hatte ich schon auf dem Weg dorthin  schweißnasse HĂ€nde;  sie zitterten, weil ich wusste,  dass, wenn ich  ĂŒber den Strich sĂ€ge oder das SĂ€geblatt zerbreche, gibt’s  Ärger. (das kann man  mit Ärger, wie er heute verstanden wird, gar nicht vergleichen! Ich hatte die LaubsĂ€ge noch gar nicht richtig angesetzt, da war das SĂ€geblatt schon zerbrochen. Dann gab es ein Donnerwetter, Beschimpfungen, wie dumm und ungeschickt  man ist, wer die LaubsĂ€geblĂ€tter kaufen soll, und so weiter und so weiter. Das Ende war, ich konnte mich bis zum  Stunden-Schluss  in die Ecke stellen.                                                     

Hinter dem Altar der Holzkapelle befanden sich drei Fenster etwa zimmerhoch. Lehrerin St. brachte fĂŒr jedes Fenster LaubsĂ€gearbeiten an. Zwischen den ausgesĂ€gten Elementen klebte sie buntes, lichtdurchlĂ€ssiges Papier. So ergab dies ein Transparent mit drei Fenstern. Auf dem mittleren Fenster wurde die Geburt Christi dargestellt. Hier die drei Jungfrauen (linkes Fenster).

Ich kann mich auch noch an eine Stunde erinnern, wo wir Scherenschnitte hergestellt haben. Ich saß am Fenster,  wo die Treppe nach unten in die Leichenhalle ging.  Ein Arzt ging die Treppe runter, eine Tasche in der Hand. Ich wusste, dass  nun da unten jemand aufgeschnitten wurde. Da sollte ich mich auf irgend etwas konzentrieren? Meine Gedanken waren ganz woanders. Ich war etwa 3 Jahre vorher in der Klinik  zu einer „Narbenkorrektur“ und habe miterlebt, wie dort ein Junge starb. Meine HĂ€nde waren klatschnass. Nun kann sich sicher jeder  vorstellen,  wie das Samtpapier aussah:  wunderschön glĂ€nzend. Was glaubt ihr, wie es weiter ging? Richtig ! Erst wieder die  ĂŒblichen Beschimpfungen von Seiten Frau Steiniger, und dann noch  einen mit dem KrĂŒckstock ĂŒbers  Kreuz, damit ich es beim nĂ€chsten Mal besser mache.

Nun, dann ging’s  gegen 17 Uhr nach oben  (ich hatte manchmal sehr viel  GlĂŒck, dann brauchte ich ĂŒber meine  Ungeschicklichkeit  keine Strafarbeit zu schreiben) dort hatte ich einen Jungen zu betreuen, sprich: morgens ihn in seinen Gehapparat schnĂŒren (wie bei den Schuhen die SchnĂŒrsenkeln),  dann zum Waschen und anschließend runter zum FrĂŒhstĂŒcken bringen. Je nach Bedarf  tagsĂŒber behilflich sein und abends dann  nach dem Essen  wieder zum Waschen und  ins Zimmer mitnehmen, ausziehen und „gute Nacht „. Das war der Tag.

Gut, manches Mal  war der Nachmittag sehr langweilig, man konnte sich mit nichts beschĂ€ftigen, weil nichts da war. Ich erinnere mich noch,  dass ich meinem Vater geschrieben habe,  er möchte mir doch ein Schiff aufmalen, ich wĂŒrde es gerne ausschneiden und zusammen kleben. Riesig gefreut habe ich mich, als er mir einen Schiffsmodelbaubogen der Firma „Wilhelmshavener Schiffs-Modellbau-Bogen „ schickte. Es war die „Wappen von Hamburg„ -  ein Passagierschiff,  etwa 600 mm lang. Das habe ich dann abends im Bett ausgeschnitten und zusammen geklebt. NatĂŒrlich nur in den Sommerzeiten, wenn es noch hell war;  wir mussten immer abends  frĂŒh ins, und morgens frĂŒh aus dem Bett.

Oft saßen einige von uns am Fenster und sahen ins Ruhrtal, fuhren in Gedanken die FlĂŒsse aufwĂ€rts bis zur Nordsee  – ja, wir konnten uns so reinsteigern,  dass ich spĂ€ter wunderschöne TrĂ€ume davon hatte. So hatten wir wenigstens in Gedanken etwas Freiheit. Oh, dieses Eingesperrtsein war mit das Schlimmste, das es fĂŒr mich gab und hat mich bis heute begleitet. Wir durften manchmal, je nach Wetterlage  oder Lust und Laune der Schwester, in einen Hof, schön getrennt, die MĂ€dchen zur einen Seite, die Jungs zur anderen. Das war,  wenn schon, nur kurz aber schön, weil  frei - draußen! Uns war es nicht erlaubt,  mit den MĂ€dchen zu reden. (Wenn es FrĂŒhling wird oder  die BlĂ€tter sich im Herbst fĂ€rben, muss ich raus, weg, zur See. Diese Weite  und Unendlichkeit  gaben mir Ruhe und Zufriedenheit.

Was haben wir im Heim gebraucht, nachdem uns unsere Eltern dort abgegeben haben? Doch erst einmal ein wenig  Liebe und Zuneigung, vielleicht auch mal etwas Trost, wenn uns das Heimweh packte. Was haben wir bekommen? Wir wurden gezĂŒchtigt!

Gut kann ich mich noch daran erinnern,  wie ich mit einem Mitinsassen weggelaufen bin. Wir hatten uns einige Sachen organisiert und notdĂŒrftig zusammen geschnĂŒrt. Das Herz schlug uns bis zum  Hals, als wir uns aus dem Fenster ĂŒber den Toiletten im Erdgeschoß auf den Hinterhof herab ließen. Wir kamen nicht weit, ich denke so etwa 3 Kilometer, dann hatte man uns schon wieder eingefangen. Heute,  nach ĂŒber 50 Jahren weiß ich warum! Horst Moretto   hatte von dem Plan gewusst, bekam ein schlechtes Gewissen und hat uns bei der Schwester als entlaufen gemeldet. Wir wurden kurz darauf von der Polizei wieder eingefangen und zurĂŒckgebracht.  Das war mein erstes Weglaufen, es  folgten noch 5 „AusbrĂŒche“,  jedoch aus anderen Heimen.

Wenn ich an das Essen denke, ĂŒberkommt  mich heute noch Zorn, nicht ĂŒber das, was es gab, sondern, dass jeder alles essen musste, ob er es mochte oder nicht! Nun, ich habe mit ansehen mĂŒssen,  wie neben mir erbrochen wurde, aus welchem Grund auch immer.  Sowie es bemerkt wurde von der Aufsicht, wurde es demjenigen wieder zugefĂŒhrt, mit Gewalt! Auch mir ging es so, es gab Brotsuppe mit KĂŒmmel und Rosinen. O k.,  mancher wird sagen: “ Ist doch nicht schlimm!“ Ich mochte es einfach nicht. Was war das Ende vom Lied? Mir wurde die Nase zugehalten und die Suppe eingelöffelt! Was passierte ? –  Genau, es kam wieder hoch. Und nun, sie wurde wieder eingetrichtert!

Ich hatte mir damals geschworen, wenn ich einmal mein eigenes  Geld verdiene, werde ich das kochen und essen,  was mir schmeckt. NatĂŒrlich gab auch  Essen,  das  ich mochte, ich  mochte die FettstĂŒcke in den Eintöpfen recht gern und ließ mir die dann auf meinen Teller legen. Das musste natĂŒrlich unbemerkt vonstatten gehen, sonst gab es Ärger.

Zum  Strafvollzug kam in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden der damalige Oberarzt und spĂ€tere Chefarzt  Dr. K. Hatte einer sich aus Sicht der Schwester etwas zu Schulden kommen lassen, so gab es je nach  Schwere eine Ermahnung oder was hinter die Ohren. Doch hauptsĂ€chlich kam er, um seine Betten in der Klinik zu belegen und Versuche durchzufĂŒhren. So kam auch ich an die Reihe.

Es war kurz bevor er den Zugriff bei mir verloren  hatte, es muss im Januar/Februar 1958 gewesen sein, als ich in der Klinik eintreffen musste. Ich wurde  aufgeklĂ€rt, (ich war 14) dass man mir ĂŒber dem Knie einen 30°-Keil entfernen mĂŒsste, damit die  X-Bein-Stellung behoben wĂŒrde, so dass ich danach besser mit einer Prothese zu Recht kommen wĂŒrde. Nach etwa 35-40 Jahren hat ein OrthopĂ€de festgestellt, dass mein Knie dabei verdreht wurde. Also kein Vorteil, sondern eher ein Nachteil! Dort traf ich auf eine Mitkonfirmandin, die auch operiert wurde. Zum 13ten Mal wurden ihr die Knie gebrochen, der „Chef“  hoffte,  er bekĂ€me es schon so hin, dass  das MĂ€del die Knie wieder bewegen könne! Es ist Ihm nicht gelungen. Was sich jedoch verĂ€ndert hatte,  war,  dass die HĂŒftgelenke auch noch steif geblieben sind.

Nach der Konfirmation, die ich dank der kurz zuvor ĂŒberstandenen Operation auf KrĂŒcken absolvierte, kam ich in die LehrwerkstĂ€tten. Eigenartigerweise wurde mein Wissen viel besser beurteilt, was fĂŒr mich bedeutet,  dass ich vorher falsch beurteilt wurde. Es lag mit Sicherheit an den Lehrern Herr Welscher, im Betrieb Herr Schulz (Meister),  Herr Wendt (Werkstatleiter),  Herrn Erich Heyer (Ausbilder). Sie  behandelten uns als Menschen, und wenn sie bei einem Lehrling SchwĂ€chen bemerkten, wurde dort nachgeholfen. Ich hatte in der Schule bestimmt  SchwĂ€chen, nur hĂ€tte man mich dann fördern sollen, und  nicht  eine Verbesserung mit Strafarbeiten oder SchlĂ€gen versuchen zu erreichen. Ich bin mit besseren Schulnoten nach Volmarstein gekommen, (5. Klasse) als ich gut 2 Jahre spĂ€ter entlassen wurde, ebenfalls aus der 5. Klasse (Mathe „4“.)

Auf Grund meiner  katastrophalen Noten in meinem Abschlusszeugnis  bekam ich keinen Lehrvertrag zum Spitzendreher, sondern hatte nur eine 2jĂ€hrige Anlernzeit ohne Gesellenbrief, was zur Folge hatte, dass ich weniger Geld erhielt. Ich habe dann 8 Jahre in Berlin als Spitzendreher in einem  Werkzeugbau meine  Arbeit zur vollsten Zufriedenheit der Firmenleitung erledigt. Zu meiner Freude bekam ich einige  Male Geldpreise fĂŒr VerbesserungsvorschlĂ€ge.

Also denke ich, dass  ich nicht so dumm war, wie ich immer in der Grundschule  in Volmarstein behandelt und benotet wurde. Zum Werken:  Ich habe in Berlin 2 Schiffsmodelle (ca. 1, 3 Meter lang und eben so hoch)  mit der LaubsĂ€ge  zurecht gesĂ€gt. Es waren Segelschiffe,  bei der die Takelage und die Segel-Erstellung eine Herausforderung waren.

Ich hatte mir frĂŒher schon eine NĂ€hmaschine gekauft, weil ich mir meine Hosen enger gemacht und die Beine gekĂŒrzt habe (mit Umschlag).  SpĂ€ter habe ich noch 3 Großmodelle, ein Motorboot (1,6 Meter lang) und 2 Segler, in der GrĂ¶ĂŸe von  1,2 Meter. Im Motorboot habe ich viele elektronische Teile nach Schaltbildern selbst gefertigt.  Ich habe einen Windrichtungsanzeiger aufgemalt und  hergestellt; ich hatte mehre Anfragen,  um noch einige weitere anzufertigen, habe aber nur noch 2 StĂŒck gemacht  und fĂŒr ca. 2000 DM verkauft,  außerdem einen grĂ¶ĂŸeren runden Spieltisch, und einen Hochlehn-Sessel.

Ich fĂŒhre dass nur an, um zu  fragen: Warum habe ich „mangelhaft“ in Werken bekommen?

Ich habe mich mit 40 Jahren, weil ich  mehr Geld verdienen wollte, zur  GesellenprĂŒfung als UniversalfrĂ€ser angemeldet. Diese habe ich dann mit der Note 1 (praktisch) und 3 (theoretisch) abgeschlossen. Danach habe ich mich zu LehrgĂ€ngen „CNC-FrĂ€sen“ und „Drehen“ angemeldet,  und sowohl den Grundkurs als auch den Aufbaukurs mit „gut“ bestanden. Etwas spĂ€ter habe ich dann eine Gruppe von 6 Mitarbeitern als Vorarbeiter gefĂŒhrt. So, und das alles,  weil ich zu dumm zu allem gewesen sein sollte. Im letzten Jahr (ich bin 64) wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hĂ€tte,  eine CNC-Abteilung aufzubauen. Ich bin zur Ausstellung mitgefahren, wir haben eine Maschine mit der neuesten Steuerung gekauft. Dann bin ich zu einem 14tĂ€gigen Lehrgang gefahren und habe auch diesen mit Erfolg abgeschlossen.

Ich schreibe dies,  um verstĂ€ndlich zu machen,  dass ich nicht so dumm und ungeschickt war und bin, wie die Lehrerinnen es mir immer wieder vermittelten.

Fazit: Das mir entgangene Einkommen, die Differenz vom Facharbeiter zum Hilfsarbeiter hĂ€tte ich  gerne von den dafĂŒr zustĂ€ndigen Gremien. FĂŒr die seelischen SchĂ€den und fĂŒr das lieblose Aufwachsen im JHH mit den  oft zu harten Bestrafungen kann ich heute wohl kaum noch jemanden belangen. Hoffen kann ich nur, dass dieser Personenkreis am Ende bereut hat,  was  er mit uns Kindern gemacht  hat. Da wir  „Im Namen des Herrn“   erzogen wurden, wird der Herr sie hoffentlich auch in ihrer letzten Stunde das erfahren lassen, was wir die Jahre ĂŒber ertragen mussten. Meine Frau fragte mich einmal: „Warum habt ihr euch nicht beschwert?“  Alle, die in dieser Zeit im JHH waren, wissen warum!

Iserlohn den 25. August 2008

Axel  

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