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Erinnerungen IM

Abends gab es öfter den KĂ€se „Harzer Roller“. Ich kann mich noch sehr gut an einen Fall erinnern, als dieser KĂ€se viele Maden hatte. Ich hatte mich geweigert, diesen madigen KĂ€se zu essen, trotz Drohungen der Schwestern, und ihnen gesagt: „Das können sie selber essen“. Die Schwestern hatten dann den KĂ€se auf den Schrank im Speisesaal gelegt. SpĂ€ter krochen dann ĂŒberall Maden herum, es war ekelhaft. Auch heute noch kann ich keinen „Harzer Roller“ essen.

IM.

Geb. 14.7.1948

Von 1955 bis 1963 in JHH

Polio

nach JHH Lehre 1964 bis 1967 als Damenschneiderin

danach nach Hause zu Eltern

in Essen  6 Jahre als Industrie-NĂ€herin

ab 1975  bei Siemens in Witten, Montage von Telefonen, -Anlagen, Handys

1978 nach Witten

2004 Ende bei Siemens, Beginn Rente

Ich habe in der WestfĂ€lischen Rundschau im August 2006 einen Artikel ĂŒber das JHH gelesen.

Schlimm war die stÀndige Kontrolle, auf der Station von den Schwestern, und in der Klasse von den Lehrern.

Ich hatte immer das GefĂŒhl, eingesperrt zu sein, auch spĂ€ter im  Margareten-Haus.

Schlimm war auch das ekelhaftes Essen.

Ich habe heute noch Probleme mit dem Essen.

Auch habe ich Panik, pĂŒnktlich sein zu mĂŒssen, es ist mir mindestens sehr unangenehm.

 

In meinem Schulheft stand irgendwann einmal „warum?“

Ich sollte mich wohl bei Frau S. (Lehrerin) gemeldet haben, ebenso Jochen R.

Wir wußten das aber nicht. Nachdem Frau S. den Jochen verprĂŒgelt hatte, kam ich an die Reihe. Sie hatte sich richtig bei Jochen „eingeschlagen“. Das Ergebnis davon war ein „blaues Auge“.

Ich war öfter ĂŒber das Wochenende bei meinen Eltern. Die Schwestern (E. und M.) hatten vergeblich alles versucht, dieses „blaue Auge“ zu beseitigen, weil sie Angst hatten, meine Eltern könnten es bemerken.

Meine Mutter hatte sich auch öfter beschwert, besonders wegen des „blauen Auges“.

Auch meine Mutter kann sich noch gut daran erinnern.

 

Abends gab es öfter den KĂ€se „Harzer Roller“. Ich kann mich noch sehr gut an einen Fall erinnern, als dieser KĂ€se viele Maden hatte. Ich hatte mich geweigert, diesen madigen KĂ€se zu essen, trotz Drohungen der Schwestern, und ihnen gesagt: „Das können sie selber essen“. Die Schwestern hatten dann den KĂ€se auf den Schrank im Speisesaal gelegt. SpĂ€ter krochen dann ĂŒberall Maden herum, es war ekelhaft. Auch heute noch kann ich keinen „Harzer Roller“ essen.

Ein MÀdchen wollte oder konnte etwas nicht essen (an den Namen konnte ich mich nicht mehr erinnern). Sie wurde aber trotzdem dazu gezwungen, dabei hatte sie erbrochen. Sie wurde nun gezwungen, das Erbrochene wieder aufzuessen. Im Sitzen wurde sie von den Schwestern festgehalten, die Nase zugehalten, den Mund aufgerissen und ihr mit Gewalt das Erbrochene reingelöffelt.

Einmal saß ich mit Helga Sp. noch am Essenstisch und hatten mit dem Essen Probleme, es gab Graupensuppe. Eine Schwester (es war eine „freie“ Schwester, möglicherweise Ilse?, sie war nur kurz da) kam dann und sagte, wir sollten ein Wettessen machen. Ich hatte dabei aber erbrochen, mußte es aber nicht wieder essen. Diese Schwester war relativ human im Gegensatz zu den beiden anderen Schwestern.

 

Wenn Frau St.(Lehrerin) kam, konnte man das schon vorher durch ihr lautes Gehen hören. Es hieß dann immer „Sie kommt!“ Dann entstand eine gespannte AtmosphĂ€re, und es war mucksmĂ€uschenstill.

Frau St. war hochbegabt. Sie hatte trotz ihrer Behinderung ihre Ausbildung geschafft und konnte ihren Beruf ausĂŒben, und sie war immer noch in der Lage, sich selber gehend fortzubewegen, wenn auch unter großen Anstrengungen. Sie verlangte Ă€hnliches von uns. Sie wollte das Wissen bei uns reinprĂŒgeln und uns zu Ă€hnlichen Leistungen zwingen. Sie dachte wohl: „Wenn ich das schaffe, dann mĂŒĂŸt ihr das auch schaffen.“

Wenn ich im Schönschreibheft Tintenkleckse gemacht hatte, schlug sie mir mit dem Griffelkasten auf die Finger, und dann gab es eine Strafarbeit „Ich darf keine Tintenkleckse in mein Heft machen“.

Frau S. (Lehrerin) war schnell mit ihrer Hand, die sie oft in unser Gesicht schlug.

Die Schwestern auf der MĂ€dchenstation: Wenn jemand keine Eltern hatte, dann hatten sie sich dieses MĂ€dchen vorgenommen.

Wenn man zur Toilette gehen wollte, mußte man sich abmelden. Wenn man dann nach 5 Minuten nicht zurĂŒck war, kam jemand um nachzusehen. Die Toiletten-TĂŒren waren nie abzuschließen. Manchmal wollte ich auch etwas alleine sein, nicht immer in der Gruppe. Dann war dies fĂŒr mich die einzige Möglichkeit, zur Toilette zu gehen, und wenn es nur fĂŒr kurze Zeit war. Dort gab es auch ein Fenster. Auch wenn man dort nicht viel sehen konnte, so hatte man doch etwas frische Luft.

 

Nach dem Unterricht (bei Sch., in den Klassen 5 – 8) sind wir nachmittags öfter noch in der Klasse geblieben und haben Radio gehört, oft abwechselnd Schlager und Klassik, weil Wolfgang keine Schlager mochte. SpĂ€ter, als es von den Schwestern bemerkt worden war, wurde es verboten, nach dem Unterricht in der Klasse zu sein, besonders den MĂ€dchen. Es war das einzige fĂŒr uns verfĂŒgbar stehende Radio.

Das 8. Schuljahr konnte ich noch nachmachen. Dabei durfte ich schon im Margareten-Haus wohnen.

 

Ich hatte eigentlich nur Probleme mit dem Essen, besonders mit dem Fett und der Pampe. Es hieß immer: „Iß nicht zu viel, du bist schon zu dick“, und wenn ich abends nur eine Schnitte essen wollte, kam es schon einmal zu Wortwechseln. Ich hatte mir nichts gefallen lassen. Wenn ich meine Meinung vertreten hatte (Widerworte), dann wurde zur Strafe fĂŒr alle abends ganz frĂŒh das Licht ausgemacht.

Ich wurde eigentlich nicht geschlagen, nur das eine Mal von Severin und regelmĂ€ĂŸig von Steiniger mit dem Griffelkasten auf die Finger. Das lag wohl daran, daß ich Eltern hatten, die mich oft besucht hatten und mich sogar öfter ĂŒber das Wochenende mit nach Hause nahmen.

 

Als ich noch in Hagen gewohnt hatte, hatte ich auch mit Jochen R. Kontakt. Er ist ja gestorben. Ich spreche auch heute noch ab und zu mit Frau R. am Telefon. Horst Moretto hatte ihr meine Telefon-Nr. gegeben.

 

Als ich im Mai 2007 beim Treffen in Volmarstein im JHH waren, hatte ich mich nur unten umgesehen, im Flur, Speise- und KlassenrĂ€umen. In die Schlafstation wollte ich nicht gehen, weil ich spĂŒrte, daß dann die alten Erinnerungen wieder hochkomen.